Auszug aus der Ausgabe 10/2014 der Fachzeitschrift "Eisenbahn-Landwirt"

Wurzelgemüse vorsichtig ernten

 

Jetzt im Herbst stehen die Erntearbeiten ganz im Vordergrund, und beim Wurzel- und Knollengemüse, wie Möhren, Schwarzwurzeln, Kartoffeln und Topinambur, ist ein schonendes Ausgraben wichtig, da sich nur unverletzte Knollen und Wurzeln zum Lagern über Winter eignen.

Spätkartoffeln haben die richtige Reife erlangt, wenn das Kraut anfängt zu verwelken. Die Knollen werden am besten an einem sonnigen Herbsttag ausgegraben, damit die anhaftende Erde schnell abtrocknen kann. Wichtig ist es, mit der Grabegabel vorsichtig die Wurzeln mit den Knollen auszugraben; angestochene Kartoffeln eignen sich nur zum sofortigen Verzehr. Nur trockene Knollen werden in Kisten zum Lagern geschichtet; sind die Kartoffeln noch feucht, ist die Gefahr von Fäulnis größer. Es eignen sich kühle, etwas feuchte und dunkle Kellerräume bei Temperaturen um 7 Grad Celsius.

Bei Kartoffeln führt ein gemeinsames Lagern mit Äpfeln oft zum vorzeitigen Altern. Äpfel scheiden Äthylengas ab, welches Kartoffeln zum Keimen anregt. Bei kleineren Apfelbeständen hat es sich deshalb bewährt, jeweils eine kleine Menge in verschlossenen Plastikbeuteln aufzuhängen. Sie halten sich auf diese Weise lange frisch, ohne den Kartoffeln zu schaden. Bei größeren Apfelvorräten ist es anzuraten, diese in anderen Kellerräumen getrennt von den Kartoffeln zu lagern.

Noch vor den ersten stärkeren Frösten beginnt die Ernte der Spätmöhren. Schwarzwurzeln und Topinambur vertragen zwar bis -20 Grad Celsius Frost und können deshalb immer frisch geerntet werden; da die Wurzeln aber auch eine Delikatesse für Wühlmäuse sind, erntet man sie meist alle im Spätherbst und lagert sie bis zur Verwertung. Hat man im Garten keine Plage mit Wühlmäusen und belässt Schwarzwurzeln und Topinambur über Winter im Land, ist es günstig, auf die betreffenden Reihen eine Laubschicht aufzubringen, so dass die Wurzeln und Knollen bei einigen Minusgraden noch unverletzt ausgegraben werden können.

Beim Ausgraben von Schwarzwurzeln und Möhren sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um nur unverletzte Wurzeln zu ernten; angestochene Exemplare eignen sich ebenfalls nur zum sofortigen Verzehr. In leichten, sandigen Böden sticht man auf jeder Seite der Reihe in etwas Abstand zu den Pflanzen mit der Grabegabel tief in den Boden und lockert ihn durch ein Hin- und Herbewegen der Gabel, bevor man die Wurzeln vorsichtig mit der Hand herauszieht. Bei schwerem, lehmigem bis tonigem Boden sollte man sich schon die Mühe machen, mit dem Spaten einen schmalen Graben direkt neben den Reihen auszuheben. Mit einem zweiten Spatenstich auf der anderen Seite der Reihe drückt man die Erde mit den Pflanzen in den vorher ausgehobenen Graben und kann dann leicht die Wurzeln herausziehen, ohne dass sie abbrechen.

Das Laub wird oberhalb des Wurzelansatzes abgeschnitten und das Erntegut in feuchtem Sand in kühlen Räumen oder im Erdkeller bis zum Verzehr aufbewahrt.

Ausgegrabene Topinamburknollen lassen sich schlecht lagern; sie verfaulen oder vertrocknen schnell. Darum ist es sinnvoll, sie, wo möglich, immer frisch auszugraben oder sich nur einen kleinen Vorrat in einer Kiste in feuchtem Sand einzulagern.

Peter Busch