Der Neubeginn

Die mittlerweile bewährte Organisation aus Bezirken und Unterbezirken wurde durch die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen nur unwesentlich beeinträchtigt. Im Rahmen des Möglichen arbeiteten die zonalen Gruppen sehr eng zusammen. Einzig in der französischen Zone – hier waren alle aus dem 3. Reich stammenden Verbände und Organisationen verboten – blieb die Aktivität der Reichsbahn-Landwirte auf die örtlichen Strukturen der Bahnmeistereien beschränkt. Es gab keinen eigenen zonalen Verband.

1950 entschied sich die Hauptverwaltung der Bahn, dass die nunmehr Eisenbahn-Landwirtschaft genannte Organisation als rechtsfähiger Verein weitergeführt werden sollte.
Nach der im Jahre 1951 beschlossenen Satzung waren die Bezirksvereine des Bundesgebietes und von Berlin (West) Mitglieder des Hauptverbandes. Die Bezirke selbst gliedern sich in rechtlich unselbstständige Unterbezirke. Letztere waren räumlich nahezu identisch mit den damaligen Baubezirken der Deutschen Bundesbahn.
Noch immer gewährt die Deutsche Bundesbahn „ihren“ Landwirten großzügige Unterstützung. So wird der Geschäftsführer eines jeden eigenständigen Bezirks von der Bahnverwaltung (noch heute) zur Wahl vorgeschlagen und für dieses Amt völlig, oder nahezu völlig, freigestellt. Der sogenannte Generalpachtvertrag regelt nach wie vor die Modalitäten, zu denen die Verwaltung ihrer nun zur „Bundesbahn-Landwirtschaft“ umfirmierten Selbsthilfeeinrichtung für die Weiterverpachtung zur Verfügung stellt. Ein erklecklicher Prozentsatz der Pachteinnahmen darf zweckgebunden für eigene Zwecke weiterverwendet werden. Im Verlaufe der Nachkriegsjahre entfiel die Notwendigkeit einer zusätzlichen  Nahrungsmittelversorgung langsam. Es bildeten sich neue Wertigkeiten und Bedürfnisse.
Auf der einen Seite gab es die rein landwirtschaftlichen Flächen (Weiden, Äcker), auf der anderen die Kleingärten. Die für letztere schon vorhandenen Regelungen wurden im Jahre 1983 mit dem Inkrafttreten des Bundeskleingartengesetzes neu geregelt und endgültig manifestiert. Dem Erholungswert kam nun eine besondere Bedeutung zu, insbesondere im Hinblick auf die immer schneller voranschreitende Urbanisierung der Bevölkerung. Wo dies möglich war, wurden Wiesen oder Ackerflächen zu Grabeland und Kleingartenkolonien umgewandelt.
Aus der einstigen Selbsthilfeeinrichtung war zwischenzeitig längst eine anerkannte betriebliche Sozialeinrichtung der DB geworden.